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Perry Rhodan Kurs 3000

Perry und ich!

Jens Olaf Koch

Wir schreiben den 15. Februar 2019 alter terranischer Zeitrechnung… Ein Meilenstein in der Geschichte der größten Science-Fiction-Serie der Welt: Band 3000 erscheint!

„Perry und ich“ – unter diesem Motto sind auf der sogenannten „Leserkontaktseite“ der Heftroman-Serie eine Reihe persönlicher Erinnerungen von langjährigen Lesern und Begleitern erschienen. Aus Anlass des Jubiläums möchte ich mich dem heute anschließen: Ehre wem Ehre gebührt!

Nachdem mir mein Onkel Sigurd, als ich vermutlich neun oder zehn oder elf Jahre alt war, mit schicken Heyne-SF-Taschenbüchern von Isaac Asimov und anderen die Augen für die große Science Fiction jenseits des jugendlichen „Raumschiffs Monitor“ und den Abenteuern des Raumschiffkommandanten Mark Brandis geöffnet hatte, dauerte es noch einige Zeit, bis ich auf das Science Fiction-Phänomen Deutschlands stieß: Perry Rhodan, eine durchgängige, fiktive Geschichte der Menschheit, die ins All aufbricht und Grenze um Grenze überschreitet, benannt nach der wesentlichen Hauptfigur, dem durch einen sogenannten Zellaktivator “relativ” unsterblichen früheren US-Testpiloten und erstem Menschen auf dem Mond: Perry Rhodan.

(Umlaufendes) Titelbild des Bandes 3000, "Mythos Erde"

Viele Fans der Serie sind an Kiosken oder im Zeitschriftenhandel durch bunte Titelbilder, auf denen Raumschiffe unterschiedlichster Formen und Typen flogen, schwebten oder crashten und Außerirdische verschiedenster Farben, Größen und Gestalt agierten, zu begeisterten Lesern geworden. Bei mir aber war ein Gerichtsvollzieher schuld.

1976 muss es gewesen sein, ich war zwölf Jahre alt, und nach der Schule oft bei einem meiner besten Freunde, Detlef R., dessen Familie im Nachbarort Auweiler wohnte, damals noch knapp außerhalb Kölns gelegen. Und irgendwann zeigte er mir diese verrückten Hefte, die sein Vater las. Genau: der – zigarrenrauchende! – Gerichtsvollzieher. Und da ich ja bereits Science Fiction las, wollte ich natürlich unbedingt wissen, um was es da eigentlich geht.

Die Gelegenheit kam bald: Mich hatte eine Grippe erwischt und ich lag lange Tage im Bett und konnte nichts anderes tun, als zu schlafen und zu lesen. Glücklicherweise hatte ich mir bei Detlef gleich einen ganzen Stapel von Perry-Rhodan-Heften geliehen und sprang kopfüber in ein ganz neues Universum mit teleportierenden und gedankenlesenden Mutanten (Gucky und Ras Tschubai), siebendimensionalen Denkern (Keloskern) und galaxienüberspannenden Allianzen, die die Milchstraße bedrohten und eroberten (Konzil der Sieben).

Damals war ich zwar krank, aber jung, und schaffte bis zu sieben oder acht dieser Heftromane, die immer 64 Seiten umfassten, am Tag. Als es mir endlich wieder besser ging, war ich infiziert, von Kopf bis Fuß. Und wollte nicht mehr darauf warten, bis der Herr Gerichtsvollzieher ausgelesen hatte! Ich brauchte sie sofort, am Erscheinungstag! Und ich wollte sie: Besitzen!

Titelbild des Bandes 2990, "Die beiden Rhodans"

Das erste Heft, das ich mir dann endlich von meinem Taschengeld selbst kaufte, war “Das Gespenst von Vrinos”, ein Roman von Clark Darlton, dessen Spezialität es war, die Abenteuer des „Mausbibers“ Gucky zu beschreiben, einem “Ilt”, dem letzten Überlebenden seiner Spezies, und mit den Psifähigkeiten des Teleportierens, der Telekinese und der Telepathie begabt. Das war Anfang Juni 1976 und seitdem las und lese ich diese Serie – mit teils kurzen oder längeren Unterbrechungen – bis heute…

Für mich war die Perry-Rhodan-Faszination auch der Sprungbrett in eine weitere Welt, die des Science-Fiction-Fandoms, der aktiven Fan-Gemeinschaft, die in unzähligen Clubs organisiert und eine Vielfalt von Fan-Magazinen (kurz: Fanzines, gesprochen: „Fähnsinns“) herausgab. Es dauerte nicht lange, bis ich in meiner Umgebung andere Fans gefunden hatte (heute würde man sagen: „echte Nerds“), und bald darauf hatte ich einen eigenen Fanclub zur Perry-Rhodan-Schwesterserie “Atlan” mitgegründet und gab ein kleines Fanzine heraus, das ich in meinem Kellerkinderzimmer tippte und in der Firma meines Vaters selbst auf einem Matrizendrucker vervielfältigen konnte.

Heute, fast 43 Jahre nach meinem ersten gekauften Perry-Rhodan-Roman, bin ich wieder in einen Zeitschriftenladen in Köln-Pesch gegangen – einem Ort, in dem ich damals als Kind wohnte, und in dem ich heute nach einigen Jahren im Kölner Stadtzentrum schon lange wieder wohne – und habe einen dieser ominösen Heftromane gekauft. Nicht am selben Kiosk (den es ebenfalls noch gibt), aber nur wenige Hundert Meter davon entfernt.

Die Sonne scheint, der Himmel strahlt zum Jubiläum – und ich freue mich, dass nicht nur die Serie, sondern auch ich selbst noch ganz lebendig bin… :-)

Alle Bilder: Copyright Pabel-Moewig Verlag KG, perryrhodan.net.

2 Antworten

    1. Vielen Dank, liebe Christina! Ja, so lange gibt es uns schon, länger als ein halbes Jahrhundert. Perry Rhodan (als Serie) weilt noch ein klein wenig länger unter uns (08.09.1961), in gewisser Weise ein älterer Bruder … :-)

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